Die musikalischen Stationen des Stefan B.
Eine Historie in
3 Akten
Dark Sound
Experience
Der Name hielt auf jeden
Fall weniger, als er versprach. Angefangen hatte alles etwa 1984. Mein damals
bester Kumpel, Ralph Maiwald, schrieb deutsch-englische Texte und ich vertonte
diese mit der Akustikgitarre im Wolfgang-Ambros-Stil. Bei den Sessions hatte
er immer so ein kleines Keyboard dabei, das auf Knopfdruck komplette Akkorde
abspielte – fertig war das Duo. Später kam es dann zu band-ähnlichen
Sessions mit Micha (Keyboard) und Clemens Müller (Schlagzeug). Erwähnenswert
sind noch die recht skurrilen Proben im Keller des Hauses von Clemens‘ Eltern,
welcher auch der Schauplatz so manch heftiger Feier war.
Sliced Brain
/ Bad House
Etwa 1986/1987
stieg ich dann bei Sliced Brain, einer Punk-/Wave-/Indie-Band, ein. Der spätere
Name entstand in Anlehnung an den neuen Übungsraum in der sagenumwobenen
“Hornfabrik“. Die Besetzung bestand aus Andrea “Mausi I“ Rießbeck (Bass
und Gesang), Anke Dennachnamenweißichleidernichtmehr (Keyboard), “Don“
Ingo Westernacher (Gesang), Michael Asch (Schlagzeug) und anfangs Astrid
Fromann (Gitarre) (schöne Grüße an alle!). Wir coverten zunächst
Lieder von Jesus and Mary Chain, The Cure und ähnlichen Bands. Im Laufe
der Zeit entstanden dann jedoch u.a. so geniale Songs wie “No more feeling“
“I hate“ und “The fucking song“. Unsere Hymne damals war “Bis zum bitteren
Ende“ von den Toten Hosen, nachdem sich dieses Lied auf zahlreichen Feiern
ab einem gewissen Pegel bestens bewährt hatte.
Geprobt wurde im Heizungskeller
des Hauses von Andreas Eltern in Burgfarrnbach, immer wieder aufgelockert
von den wohlgemeinten Ratschlägen ihres Vaters, den verdammten Krach
leiser zu stellen oder auch wahlweise mitsamt dem Gerümpel und inklusive
seiner Tochter ‘rauszufliegen. Ich glaube, dass er da oft ein kleines bisschen
übertrieben hat: 2 Verstärker (s. Foto) können doch gar nicht
soooo laut sein, oder? Ich sollte an dieser Stelle vielleicht erwähnen,
dass mein damaliges Set-up aus einem Verzerrer-Pedal und einer von Michael
geliehenen Mini-E-Gitarre bestand. Alles in allem war das also schon ziemlich
professionell, weshalb es den werten Leser mit Sicherheit verwundert, warum
wir nie live gespielt haben.
Zwischendurch gab es
immer ‘mal wieder Sessions mit verschiedenen Besetzungen. So z.B. mit Michael
Asch und Matthias Nowak (Gitarre) oder wiederum mit Clemens Müller.
Nicht unerwähnt sollen auch die Gitarren-Duos mit Markus Döbert
bleiben, von dem ich auch meine erste “richtige“ E-Gitarre kaufte.
GAIA / GAIA
returns
Im Sommer 1989 entschloss
ich mich, Bad House zu verlassen, da ich die Musikrichtung wechseln wollte.
Ich wollte Heavy Metal mit richtigen, echten Rockern spielen – und ich sollte
bekommen, wonach mir verlangte. Der Kontakt zu typischen Vertretern dieses
Genres kam über den Doppelpunkt zustande; ich weiß aber nicht
mehr genau, ob die Band inseriert hatte, oder ich. Ich erinnere mich
aber noch sehr
genau an das Vorstellungsgespräch: Nach einem Telefonat mit einem gewissen
Wolfgang, dem Gitarristen einer Band namens “GAIA“, begab ich
mich an einem sonnigen Nachmittag zu der genannten Adresse in der Mannertstraße
(!), also quasi zu der Wiege des Rock'n'Roll. Nachdem mir ein großer
junger Mann mit Brille, der sich mit “Clemens“ vorstellte, geöffnet
hatte, betrat ich dessen Zimmer in der Wohnung seiner Eltern. Dort traf ich
dann auch auf meinen Telefongesprächspartner. Es war schon alles vorbereitet:
Ein Bass, eine Gitarre, ein Verstärker. Nachdem die Eckdaten bezüglich
der von mir erwarteten Bühnenpräsenz geklärt waren (“Welchen
Kettensägentyp bevorzugst du live?“ oder “Künstliches Blut lehnen
wir grundsätzlich ab!“) hieß es: “Wir spielen dir jetzt ‘mal ein
Lied von uns vor. Es heißt “Witch““. (ja, lieber Leser, genau jener
Klassiker!). Und dann ging's los. Ich war total begeistert. Ganz ohne Witz.
Ehrlich. Todernst. Mein Wort darauf. Finger kreuz.
Tja, so nahm das Schicksal
seinen Lauf und nachdem Kollege Koyle (--> Alliterartion!!) die Bandgeschichte
bereits aufgearbeitet hat, möchte ich nur noch ein paar Anekdoten dazu
beisteuern:
Vor einiger Zeit hat
mir z.B. ein gewisser C. D. aus I. bei W. (Name der Redaktion bekannt) ‘mal
gesagt, dass er mich nach ein paar Wochen “Probezeit“ rausschmeißen
wollte, weil ich so scheiße gewesen sei. Hmmm. Frage an die damaligen
Mitglieder: An wessen Veto ist das eigentlich gescheitert?
Wie bereits anderen Orts erwähnt, gab es bei uns einen Schlagzeuger
namens Stefan Ascher. Solange er keine Schlagzeugstöcke in der Hand
hatte, war er wirklich ein richtig guter Kumpel (mit einer sehr hübschen
Schwester!). Er hatte jedoch leider die Angewohnheit, im umgekehrten Fall
eine Art Mutation zu durchleben (Stichwort: “Wer ist hier der Veranstalter?
Schnaub!!!“). Nett auch der “first kontact“: Er kam zur Übungsraumtür
herein und Wolfgang wollte gerade artig “Hallo“ sagen, als er auf mich zukam
mit den Worten: “Hey du! Wir zwei werden noch gewaltig Ärger miteinander
kriegen!“ Er hatte Recht. Dank ihm entwickelte ich die erstaunliche Fähigkeit,
fliegenden Drumsticks durch mehr oder weniger geschickte Körperdrehungen
auszuweichen.
Eine nette Erinnerung
habe ich auch an einen Auftritt in Möttingen. Es geschah am 28.07.1995.
Wir waren zu der Eröffnung der Diskothek “Rockhouse“ geladen – sollte
laut Ankündigung der Veranstalter ein echter Renner werden. Wir also
– nicht kleinlich – mieteten uns eine komplette PA, Bühnenlicht, einen
kleinen LKW und überredeten Reinhold Schweiger dazu, uns zu mischen.
Gut gelaunt kamen wir nach etwa 2 Stunden Fahrt dort an, bauten auf, machten
Sound-Check und harrten erwartungsvoll der Dinge, die da kommen sollten.
Es wurde ein toller Abend! Die 6 Angestellten des Hauses und auch die beiden
Gäste waren begeistert.
Übrigens: Angesichts
Fotos ganz oben erklärt sich der Name "ZZ Brem" wohl von selbst, oder?
In diesem Sinne:
Live long and prosper!
(S. Pock, Vulkanologe)